120 Meter Kultur – das Gebäude der „Kulturwerkstatt Auf AEG“

Aus einer ehemaligen Produktionshalle von AEG entsteht nach zwei Jahren Umbau und Sanierung die „Kulturwerkstatt Auf AEG“. 4.800 Quadratmeter stehen nun für den Kulturbetrieb offen.

Das Erscheinungsbild der „Kulturwerkstatt Auf AEG“
Der Bau in der Fürther Straße 244d orientiert sich äußerlich am Gesamt- Ensemble des früheren AEG-Geländes. Hülle und Stahltragwerk des ursprünglichen zweigeschossigen Gebäudes aus den Baujahren 1887 und 1936 blieben erhalten. Der neue Haupteingang mit Windfang und der Treppenturm mit seiner Cortenstahlverkleidung im Innenhof setzen ein markantes Erkennungszeichen. Die Haupterschließung im Hof orientiert sich zum revitalisierten AEG-Gelände hin.

Im Inneren entstehen über 50 Räume auf drei Ebenen in Massivbauweise. Unterschiedliche Raumhöhen von 2,50 bis 12,50 Metern lassen ein interessantes Raumgefüge entstehen. Der Baukörper wird strukturiert durch ein Haupt- und ein Nebenfoyer. Der große Saal und die Gastronomie mit dem Foyer bilden das Zentrum. Vier Treppenhäuser und ein Aufzug erschließen das Gebäude.

Die Nutzer haben die Möglichkeit, die Gruppen- und Veranstaltungsräume flexibel zu bespielen. Somit ist der Bau für die vielfältige Nutzung der Kulturschaffenden hervorragend geeignet.

Diversity-Konzept zeigt sich auch beim Bau
Das Amt für Kultur und Freizeit will die Gesellschaft in ihrer Vielfalt ansprechen. Ziel ist es, Menschen unabhängig von ihren sozialen und kulturellen sowie körperlichen Merkmalen gleichwertig zu behandeln und ihnen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Diesen sogenannten Diversity- Ansatz hat das KUF bereits in die Planung der „Kulturwerkstatt Auf AEG“ einfließen lassen, auch für die baulichen Gegebenheiten.

Um auf kulturelle Unterschiede einzugehen, wurde zum Beispiel ein Hock- Klosett eingebaut. Für Menschen mit Sehbehinderung sind alle Räume mit taktiler Beschriftung ausgestattet und entsprechende Wegeführungen vorgesehen. Der Saal verfügt über eine Induktionsanlage, die direkt mit Hörgeräten verbunden werden kann. Familien haben die Möglichkeit, sich in einen Eltern-Kind-Raum zurückzuziehen. Der Wickelraum ist geschlechtsneutral zu benutzen. Die Musikschule verfügt über einen eigenen Aufenthaltsraum und große Erschließungsflächen, die Kinder und Jugendliche nach dem Schul- und vor dem Musikschulunterricht etwa für Hausaufgaben nutzen können. Die Transparenz des Gebäudes gibt den Gästen des Hauses einen niedrigschwelligen Zugang.

Junge Menschen sind eine wichtige Zielgruppe für die „Kulturwerkstatt Auf AEG“. Im gesamten Gebäude ist WLAN vorhanden. Gleich am Eingang empfängt ein Infopunkt die Gäste des Hauses. Der Infoscreen daneben ist mehrsprachig geplant, ebenso spricht das Personal mehrere Sprachen. Für Infomaterial – ebenfalls in mehreren Sprachen – sind großzügige Auslageregale vorgesehen.

Eine Freifläche im Innenhof eröffnet zusätzliche Zugangszonen, einen Außenbereich für die Gastronomie, eine Aktionsfläche für den KinderKunstRaum und zwei behindertengerechte Stellplätze nahe am Eingang.

Bauliche Besonderheiten
Die „Kulturwerkstatt Auf AEG“ erfüllt hohe Anforderungen an den Schallschutz – sowohl im Inneren, als auch nach außen. Umfangreiche Maßnahmen, wie die schallentkoppelte Ausführung von Böden, Wänden und Decken, Vorsatzschalen, doppelschalige Trennwände oder ein punktgelagerter Spezialestrich im Perkussion-Raum sorgen für Schalldämmung und gute Raumakustik. Auch die Schallschutztüren im Saal und in der Musikschule tragen dazu bei, dass die Nutzer ungestört nebeneinander arbeiten.

Die Oberflächen in den Übungs- und Orchesterräumen der Musikschule, im Saal, im Foyer sowie in den Veranstaltungsräumen einschließlich der Gastronomie sorgen für hervorragende raumakustische Verhältnisse. Dies erfolgt durch die Kombination verschiedener Absorber, etwa Akustikdecken mit abgehängten Deckensegeln. Raumakustisch transparente Lochbleche kommen optisch wirkungsvoll zum Einsatz. Speziell angeordnete diffus streuende und gebogene Spezialbauteile, tragen zum Optimum an raumakustischen Eigenschaften bei.

Der Saal bekommt eine vollwertige Veranstaltungstechnik, damit Klassikkonzerte, Lesungen und Theateraufführungen und wilde Kinderpartys stattfinden können.

Energetische Sanierungsmaßnahmen
Obwohl es sich um eine Bestandssanierung handelt, ist die Gebäudehülle effizient, besser als der Neubaustandard gedämmt. Die Fenster bestehen aus einer Dreischeibenverglasung mit außenliegendem Sonnenschutz. Im Saal sorgt eine Lüftungsanlage für frische Luft mit Wärmerückgewinnung und im Sommer für moderate Kühlung. Die „Kulturwerkstatt Auf AEG“ ist an die Nürnberger Fernwärmeversorgung angeschlossen. Sie unterschreitet mit ihrem Jahres-Primärenergiebedarf die Neubauanforderungen nach der Energieeinsparverordnung 2009 um 40 Prozent.

Eine Photovoltaikanlage mit rund 80 Quadratmetern Kollektorfläche bringt etwa 12.000 Kilowattstunden pro Jahr ein. Dies entspricht ungefähr dem Verbrauch von drei Vierpersonenhaushalten. Mit einer Pufferung über eine Batterieanlage soll der Strom im Haus selbst genutzt werden. Die Beleuchtung erfolgt energiesparend über Leuchtstofflampen und LEDs.

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Aktuelles

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Wir haben ab sofort WLAN in der Kulturwerkstatt Auf AEG.

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