Hinweis Dunkelfrühstück

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Begegnung im Dunkeln

2018 feierten wir "20 Jahre Dunkelerfahrung"

Bereits seit 20 Jahren ist die Station „Begegnung im Dunkeln“ fester Bestandteil des Erfahrungsfeldes. 1998 öffnete der Hirsvogelbunker erstmalig seine Tore in die Dunkelheit für die Besucher des Erfahrungsfeldes, damals noch in enger Zusammenarbeit mit dem BBSB (Bayerischer Blinden und Sehbehindertenbund).

Vom 12. bis 21. Mai feierten wir deshalb "20 Jahre Dunkelerfahrung" mit zahlreichen Aktionen und Stationen. Besucherinnen und Besucher tappten hier im Dunkeln und machten dabei erhellende Erfahrungen!  Zusätzlich zu den Cafés kehrte in dieser Woche der lichtlose Parcours zurück, mit vielen Tast-, Hör- und Riechüberraschungen.

Dabei war auch das Inklusionsprojekt „Schwer beschäftigt!“ mit seinem JobMobil. Ziel des Projekts ist die soziale und berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Das JobMobil-Team informierte während der Dunkelwoche über die Arbeit des Projekts, stand vor Ort arbeitssuchende Menschen mit Schwerbehinderung mit Rat und Tat zur Seite und unterstützte Arbeitgeber/-innen bei Ihrer Suche nach passenden Mitarbeitenden. 

Aktionen wie ein Spielenachmittag im Dunkeln, die kostenlose Vorführung "Wie arbeiten Blindenführhunde?", die Öffnung des Dunkelgangs und das Dunkelgänger-Diplom, die Tonwerkstatt im Tandem mit einer blinden Künstlerin und das beliebte Frühstück im Dunkeln garantierten zahlreiche erhellende Erfahrungen im Finstern für die vielen Gäste des Hirsvogelbunkers.

Erstaunliche Erlebnisse im Finstern

Aber auch den Rest der Saison kann man in den beiden Dunkelcafés im Hirsvogelbunker mal rein gar nichts sehen - und so ganz erstaunliche Erfahrungen machen. Denn hier trinkt man seinen Kaffee in absoluter Finsternis. So kann man unter Anleitung blinder und stark sehbehinderter Mitarbeiter/-innen in eine totale Schwärze eintauchen, die oft eine ganz neue und oft auch überraschende Erfahrung für sehende Menschen ist – für Frank Nohr und Nuh Kara, zwei unserer Mitarbeiter/-innen, gehört sie zum Leben. „Zu beobachten, wie sich sehende Menschen in der Dunkelheit anstellen, ihre Reaktion zu erleben, wenn das Visuelle wegfällt, das gefällt mir an meiner Arbeit besonders gut“, so Kara, der seit 2016 dabei ist. „Hier brauchen die Sehenden meine Hilfe, ein Perspektivwechsel, der allen Beteiligten gut tut“, sagt Nohr, der schon seit 2000 fest zum Dunkelteam gehört. „In der Dunkelheit vertrauen die Gäste auf uns, hier werden wir nicht als ‚Behinderte‘ wahrgenommen.“

Die Finger übernehmen das Sehen

Oft haben die Gäste in Begleitung der blinden Mitarbeiter/-innen ganz besondere, ganz persönliche Dunkelerlebnisse und erleben so einige Überraschungen über ihre eigenen Sinnesfähigkeiten. Denn wenn sich Besucher/-innen nicht auf ihren Sehsinn verlassen können, ändert sich für sie einiges: die Finger übernehmen das „Sehen“. Geschmack, Gerüche und Geräusche werden intensiver wahrgenommen, Hören, Fühlen, Tasten und Schmecken bekommen eine ganz andere Wertigkeit, statt seinen Augen muss man nun seinen anderen Sinnen sozusagen blind vertrauen. Und so manch einer findet in völliger Dunkelheit auch ganz Neues über sich heraus – fühle ich mich eingeengt? Oder befreit? Empfinde ich die Dunkelheit als einen Schutz oder als eine Bedrohung?

Unterschiedliche Reaktionen

„Es ist spannend zu beobachten, wie sich Gespräche zwischen Menschen in absoluter Finsternis entwickeln und wie unterschiedlich jeder darauf reagiert. Manchmal fördert sie Vertrautheit zwischen den Leuten, manchmal macht sie ihnen Angst“, weiß Frank Nohr zu berichten. Manch einer traut sich nicht einmal, etwas zu essen oder zu trinken zu bestellen, aus Sorge, dass etwas danebengeht. „Aber dafür gibt es keinen Grund“, findet Nuh Kara, denn: „Der Mund ist immer unter der Nase!“

Ins Quatschen kommen in völliger Finsternis

Der Austausch mit den Sehenden ist für die beiden besonders spannend und ein wichtiger Aspekt ihrer Arbeit. „Man kommt ins Quatschen, hält ein Pläuschchen, auch das gehört dazu, neben der Vermittlung von Infos über die Welt der Blinden und wie wir uns fühlen“, sagt Nohr. „In der Dunkelheit verlieren viele ihre Scheu, Fragen zu stellen.“ Meist interessieren sich die Gäste für lebenspraktische Dinge: Wie benutzt ihr euer Smartphone? Wie findet ihr eine Ampel? Wie unterscheidet ihr die verschiedenen Geldscheine und Münzen?

Die Mitarbeiter/-innen im Dunkelcafé servieren nicht nur Getränke, sie bringen auch Ruhe in aufgeregte Gruppen, vermitteln durch ihre Stimme und ihre Anwesenheit Sicherheit und helfen bei kleinen Pannen, die im Dunkeln eben passieren. „Man erlebt schon mal die eine oder andere lustige Szene, die einen schmunzeln lässt“, erzählt Kara. „Einem Besucher beispielsweise war unsere Kondensmilch ‚zu schwach‘. Als auch nach dem fünften Döschen der Kaffe nicht milchiger wurde, wies ich ihn auf die Milchpfütze auf der Theke vor ihm hin. Er hatte einfach nicht bemerkt, dass er immer daneben goss!“

Beide sind sich einig: „Am meisten freuen wir uns in dieser Saison auf die vielen Gespräche mit unterschiedlichsten Menschen. Jede Gruppe ist anders und bereichert unsere Arbeit auf ihre eigene Weise.“

Hinweise

Das Dunkelcafé ist geeignet für Kinder ab 8 Jahren.

Der Dunkelbereich ist nur während der Erfahrungsfeld-Saison geöffnet. Er ist Teil des Erfahrungsfeldes zur Entfaltung der Sinne und eingebettet in das pädagogische Gesamtkonzept. Aus diesem Grund wird das Dunkelcafé nur während der Saison des Erfahrungsfeldes betrieben.

Der Eintritt zum Dunkelbereich ist im Eintrittspreis des Erfahrungsfeldes inbegriffen. Für Speisen und Getränke im Dunkelcafé fallen jedoch gesonderte Kosten an. Den Eintritt müssen Sie vorab an der Kasse des Erfahrungsfeldes auf der Wöhrder Wiese bezahlen. Sie können ihn nicht vor Ort im Hirsvogelbunker entrichten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass der sofortige Zutritt zum Dunkelcafé nicht immer gewährleistet werden kann und eventuell Wartezeiten entstehen. Die Anzahl der Gäste, die gleichzeitig das Café besuchen können, ist nicht nur aufgrund der räumlichen Kapazitäten, sondern auch aufgrund der besonderen Situation (völlige Dunkelheit) begrenzt, um den Aufenthalt für die Besucher/-innen so angenehm und reibungslos wie möglich zu gestalten.

Bitte legen Sie unbedingt alle leuchtenden/blinkenden Gegenstände (Handys, Uhren mit beleuchtetem Display, leuchtende Schmuckstücke etc.) vor dem Besuch des Dunkelcafés ab. Kinder, die blinkende Schuhe tragen, dürfen das Café leider nicht besuchen. Barfuß kann diese Station nicht begangen werden, darum bitte vorab auf passendes Schuhwerk achten.

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