Die dunkle Woche vom 12. bis 21. Mai - Programm und Infos

20 Jahre Dunkelerfahrung

1998 öffnete der Hirsvogelbunker erstmalig seine Tore in die Dunkelheit für die Besucher des Erfahrungsfeldes, damals noch in enger Zusammenarbeit mit dem BBSB (Bayerischer Blinden und Sehbehindertenbund). Seit 20 Jahren schon ist der Dunkelbereich somit fester Bestandteil des Programms und das wollen wir feiern: Wir widmen der Dunkelheit in all Ihren Fassetten eine ganze Woche. Vom 12. bis zum 21. Mai tappen Sie bei uns im Dunkeln und machen dabei erhellende Erfahrungen. Zusätzlich zu den Cafés kehrt in dieser Zeit unser lichtloser Parcours zurück, mit vielen Tast-, Hör- und Riechüberraschungen.

Mit dabei ist das Inklusionsprojekt „Schwer beschäftigt!“ mit seinem JobMobil. Ziel des Projekts ist die soziale und berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Das JobMobil-Team informiert während der Dunkelwoche über die Arbeit des Projekts, steht vor Ort arbeitssuchende Menschen mit Schwerbehinderung mit Rat und Tat zur Seite und unterstützt Arbeitgeber/-innen bei Ihrer Suche nach passenden Mitarbeitenden. 

Aktionen und Stationen:

► Spielenachmittag im Dunkeln
„Mensch ärgere dich nicht grün und blau – Dein Gegenüber sieht es sowieso nicht!“ heißt es bei unserem Spielenachmittag im Dunkeln. Dass Domino und Co nicht nur im Hellen Spaß machen, können die Besucher/ -innen während unseren Spielenachmittagen erfahren. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiter/-innen können Sie hier verschiedene Brettspiele in absoluter Dunkelheit ausprobieren und sich über Spielmöglichkeiten für blinde und sehbehinderte Menschen informieren.

Termin: Samstag, 12.5, Sonntag, 13.5.
Uhrzeit: 14 – 18 Uhr

► Wie arbeiten Blindenführhunde?
Kostenlose Vorführung auf der Wöhrder Wiese

Nach Einarbeitung in vertrauter Umgebung ist ein gut ausgebildetes Gespann aus Blindenführhund und Halter/-in in der Lage, alle gewünschten Wege zu gehen und sicher ans Ziel zu gelangen. Der oder die Blinde muss sich dabei völlig auf den vierbeinigen Begleiter verlassen. Bei einem kleinen Fußmarsch mit Hund und Halter/-in kann man nicht nur erleben, wie ein Führhund arbeitet, sondern erfährt nebenbei auch Wissenswertes über die Arbeit von und mit Blindenführhunden.

Termine: Samstag, 12.5., Sonntag, 13.5.
Uhrzeit: 14 Uhr
Treffpunkt: Wöhrder Wiese, Höhe Erfahrungsfeld

► Dunkelgang-Öffnung
Der 60 Meter lange, absolut dunkle Parcours lädt mit vielen verschiedenen Elementen zu einer Entdeckungsreise für Hände, Füße, Ohren und Nase ein. Blinde oder sehbehinderte Mitarbeiter/-innen beruhigen zu Beginn der „Expedition“: „Es gibt weder Hindernisse, noch Treppen oder Stufen.“ Nach wenigen Schritten durch eine Schleuse schwindet das letzte Restlicht: Absolute Dunkelheit umhüllt die Gäste und löst im ersten Moment Orientierungslosigkeit aus. Aber die Nähe und die ruhigen Stimmen der blinden Begleiter/-innen vermitteln große Sicherheit. Auch das Tasten mit den Händen an der Wand sorgt für Orientierung. Sonst weniger beachtete Sinne wachen auf: Die Füße tasten vorsichtig über den Boden und verschaffen eine Vorstellung seiner Beschaffenheit. Die tastenden Hände begreifen Gegenstände. Freude über das Erkannte stellt sich ein. Haut, Ohren und Nase signalisieren, dass der Nachbar nicht weit entfernt ist.

Termine:Samstag, 12.5. bis Freitag, 18.5.
Uhrzeit: ganztägig*
Hinweis: ab 8 Jahren, Gruppen ab 10 Personen bitte anmelden unter 09 11/2 31-54 45.

► Dunkelgängerdiplom (mit Dunkelgang)
Wer bereit ist, totale Dunkelheit länger auf sich wirken zu lassen, kann im Hirsvogelbunker das Dunkelgängerdiplom erwerben. Diplomierte Dunkelgänger/-innen blicken nicht nur voll durch wenn es dunkel ist, sie haben auch mehr als nur eine Ahnung davon, wie es wohl ist, wenn sich die ganze Welt als Dunkelgang präsentiert. Sehende können lernen, wie man die Hände, die Füße, die Ohren, die Nase, ja den ganzen Körper einsetzt, um möglichst viel von der Umwelt wahrzunehmen. Sie lernen Hilfsmittel kennen und können üben, wie man jemanden führt, der nicht sehen kann.

Das Dunkelgängerdiplom ist eine einmalige Auszeichnung für Besucher/-innen von 8 bis 80 Jahren. Es besteht aus vier Teilen:

  1. Von Sinnen: Einführung in die Sinne als Schnittstellen zur Außenwelt
  2. Im Dunkeln tappen: Schritt für Schritt durch 60 Meter Dunkelgang!
  3. Eine Stadt im Dunkeln: Wie geht es den wahren Dunkelgängern?
  4. Der Sechser-Code: Wie schreiben Dunkelgänger?

In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund

Termine:Samstag, 19.5., Sonntag, 20.5.
Uhrzeit: ganztägig*, Dauer: 90 Minuten 
Hinweis: ab 8 Jahren, Anmeldung unter 09 11/2 31-54 45.

► Tonwerkstatt im Tandem
Zwei Künstlerinnen, eine sehend, eine blind, arbeiten in dieser Werkstatt mit Ton. Es kann nicht nur beobachtet werden, wie sich der Umgang mit Ton verändert, wenn wir uns allein auf unseren Tastsinn verlassen, es kann auch gleich vor Ort ausprobiert werden. Die Überraschung kommt zum Schluss.

Termine:Samstag, 19.5., Sonntag, 20.5.
Uhrzeit: Samstag, 14 – 18 Uhr, Sonntag, 12 – 17 Uhr

► Frühstück im Dunkeln
In völliger Finsternis schärfen sich die Sinne. Kaffeeduft wird intensiver, das Croissant schmeckt gleich doppelt so gut. Beim Dunkelfrühstück erlebt man, welche große Herausforderung es sein kann, das Brötchen aus dem Korb zu fischen, Butter und Marmelade gleichmäßig darauf zu verteilen und den Kaffee in die Tasse statt daneben zu schütten. 

Termin: Montag, 21.5.
Uhrzeit: 10 – 12 Uhr (Bitte kommen Sie pünktlich, da nur ein gemeinsamer Beginn möglich ist!)
Ort: Hirsvogelbunker, Hirsvogelstr. 14
Preis: 16 € (inkl. Besuch des Erfahrungsfeldes)
Hinweis: nur für Erwachsene. Voranmeldung erforderlich unter 09 11/2 31-31 65.
Bei Absage nach dem 4.5. oder Krankheit keine Rückerstattung des Teilnehmerbeitrags.

 

Lichtblicke in absoluter Finsternis

Das Dunkelcafé ist ab dem 1. Mai 2018 wieder geöffnet.

„Die Nacht, die uns der Augen Dienst entzieht, macht, dass dem Ohr kein Laut entflieht. Was dem Gesicht an Schärfe wird genommen, muss doppelt dem Gehör zu Gute kommen.“
(William Shakespeare: „Ein Sommernachtstraum“)

Schon Shakespeare wusste, dass absolute Dunkelheit nicht nur den Sehsinn ausschaltet, sondern auch total neue und überraschende Erfahrungen ermöglicht. Im Dunkelcafé gibt es keinerlei Restlicht – man wartet vergebens darauf, dass sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen und einem doch noch ein kleines bisschen optische Orientierung ermöglichen. Lässt man sich schließlich darauf ein, sich ausnahmsweise nicht auf seine Augen zu verlassen, merkt man schnell, wie sich der Tastsinn entwickelt und die Hände das Sehen übernehmen. Man wundert sich, mit welcher Intensität plötzlich die Zunge schmecken, die Nase riechen und die Ohren hören können. Und spannend ist auch die Wahrnehmung innerhalb der Gruppe. Die gemütliche Atmosphäre lädt zu Gesprächen mit Menschen ein, die Sie nicht kennen und vielleicht nie zu Gesicht bekommen werden. Durch die außergewöhnliche Situation fühlt man sich schnell untereinander vertraut. Outfit, Figur, Größe, Haut- oder Haarfarbe, Gesichtsausdruck – das alles hat keine Bedeutung mehr. Was zählt, ist die Stimme und was sie sagt oder auch unbewusst verrät.

Bedient wird man von blinden und stark sehbehinderten Menschen. Die Stimme hinter der Theke lässt den Gesprächsfaden nicht abreißen. Geredet wird darüber, wie man es schafft, nichts zu verwechseln und alles zu finden, aber auch über die kleinen Pannen, die im Dunkeln so passieren. Man spricht darüber, dass man noch etwas zu sehen meint. Und auch darüber, wie es sich ohne zu sehen leben lässt. Die blinden Bedienungen sind hier die „Sehenden“ – auch wenn es ums Bezahlen geht. Souverän erkennen sie den gezahlten Betrag, geben das richtige Wechselgeld zurück und liefern gern auch eine Erklärung, wie das funktioniert.

Frühstück im Dunkeln – wieder ab Mai 2018!

Wie gestaltet sich wohl ein Essen, wenn weder Gäste noch Bedienung etwas sehen? Fällt es ohne Sichtkontakt zur Tasse eigentlich schwer, den Kaffee zu süßen, ohne die Hälfte des Zuckers daneben zu schütten? Und woher weiß man im Dunkeln, was sich wo auf dem Teller befindet und wie viel man wovon eigentlich gerade auf seinem Brötchen verteilt? Ein besonderes Frühstück in völliger Dunkelheit gibt darauf Antworten und erlaubt Einblicke in das Leben blinder Menschen.

Termine gibt es wieder ab Mai 2018, jeweils an verschiedenen Sonntagen von 10  11.30 Uhr.
Ort: Hirsvogelbunker, Hirsvogelstr. 14
Preis: 16 € (inkl. Besuch des Erfahrungsfeldes)
Nur für Erwachsene. Voranmeldung erforderlich unter 09 11/2 31-31 65.
Absagen nur bis 2 Wochen vor dem jeweiligen Frühstückstermin möglich, danach oder bei Krankheit keine Rückerstattung des Teilnehmerbeitrags.

Hinweise

Das Dunkelcafé ist geeignet für Kinder ab 8 Jahren.

Der Dunkelbereich ist nur während der Erfahrungsfeld-Saison geöffnet. Er ist Teil des Erfahrungsfeldes zur Entfaltung der Sinne und eingebettet in das pädagogische Gesamtkonzept. Aus diesem Grund wird das Dunkelcafé nur während der Saison des Erfahrungsfeldes betrieben.

Der Eintritt zum Dunkelbereich ist im Eintrittspreis des Erfahrungsfeldes inbegriffen. Für Speisen und Getränke im Dunkelcafé fallen jedoch gesonderte Kosten an. Den Eintritt müssen Sie vorab an der Kasse des Erfahrungsfeldes auf der Wöhrder Wiese bezahlen. Sie können ihn nicht vor Ort im Hirsvogelbunker entrichten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass der sofortige Zutritt zum Dunkelcafé nicht immer gewährleistet werden kann und eventuell Wartezeiten entstehen. Die Anzahl der Gäste, die gleichzeitig das Café besuchen können, ist nicht nur aufgrund der räumlichen Kapazitäten, sondern auch aufgrund der besonderen Situation (völlige Dunkelheit) begrenzt, um den Aufenthalt für die Besucher/-innen so angenehm und reibungslos wie möglich zu gestalten.

Bitte legen Sie unbedingt alle leuchtenden/blinkenden Gegenstände (Handys, Uhren mit beleuchtetem Display, leuchtende Schmuckstücke etc.) vor dem Besuch des Dunkelcafés ab. Kinder, die blinkende Schuhe tragen, dürfen das Café leider nicht besuchen. Barfuß kann diese Station nicht begangen werden, darum bitte vorab auf passendes Schuhwerk achten.

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