Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“

Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis  1933 und danach“

Die Stadt Nürnberg präsentiert vom Donnerstag, 11. bis zum Montag, 28. August 2017 die Ausstellung großformatiger Skulpturen von jüdischen Stars im deutschen Sport auf dem Hans-Sachs-Platz in Nürnberg.

Am 10. August 1938 begann der Abriss der Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz. Damit wurde in Nürnberg schon drei Monate vor der reichsweiten Zerstörung jüdischer Gotteshäuser am 8. und 9. November 1938 mit der erinnerungspolitischen Entfernung baulicher und ideeller Zeichen jüdischen Glaubens begonnen. Diesen Gedenktag nehmen die Veranstalter im Rahmen der Programmreihe „Verpflichtende Vergangenheit“ zum Anlass für die Ausstellung. Die Ausstellung ist zweisprachig – deutsch und englisch – und über QR-Codes mit einer Online-Ausstellung unter www.juedische-sportstars.de verknüpft. Texte, Fotos und Filme dokumentieren die jüdische Geschichte des deutschen Sports.

Zur „Geschichte der Juden in Nürnberg“ bietet „Geschichte Für Alle e. V." Führungen am Sonntag, 13. August, und am Sonntag, 20. August, jeweils um 11 Uhr an. Sie dauern etwa eineinhalb Stunden. Treffpunkt ist am Hans-Sachs-Platz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Karten kosten 8 Euro, ermäßigt 7 Euro. Sie sind vor Ort erhältlich.

Mit Sichtbezug zum einstigen Standort der Synagoge erinnert die Präsentation überlebensgroßer Silhouetten an 15 deutsche Sportlerinnen und Sportler jüdischen Glaubens, die als Nationalspielerinnen und -spieler, Welt- und Europameisterschaften sowie Olympiamedaillen gewannen und Rekorde erzielten. Sie waren die gefeierten Idole ihrer Zeit und wurden dennoch in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Einer von ihnen war der Fußballpionier und Begründer des „kicker“ Walther Bensemann, der 1926 mit der Redaktion des Sportmagazins nach Nürnberg zog und bis zu seiner Emigration 1933 in die Schweiz hier wohnte.

Vorgestellt werden darüber hinaus die Biografien der zehnfachen Deutschen Leichtathletikmeisterin Lilli Henoch, des Fußballnationalspielers Julius Hirsch, des israelischen, später deutschen Basketball-Nationaltrainers Ralph Klein, der Fechtolympiasiegerin Helene Mayer, des Schachweltmeisters Emanuel Lasker, des Meisterboxers Erich Seeling, der Deutschen Tennismeisterin Nelly Neppach, der Deutschen Speerwurfmeisterin Martha Jacob, der Leichtathletin Gretel Bergmann, der Turnolympiasieger Alfred und Gustav Felix Flatow, der Europameister im Gewichtheben beziehungsweise im Ringen Julius und Hermann Baruch, des Eishockeyspielers Rudi Bali und des deutschen Fußballnationalspielers Gottfried Fuchs. Der Ausblick ist der Schwimmerin Sarah Poewe gewidmet, die als erste jüdische Athletin nach Ende des Zweiten Weltkriegs 2004 olympisches Edelmetall für Deutschland gewann.

Veranstalter, Förderer und Partner

Die Veranstalter in Nürnberg sind das Kulturreferat, das Menschenrechtsbüro, der Sportservice und das Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg.

Gefördert wird die Ausstellung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die DFB-Kulturstiftung und die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ). Die aus Anlass der European Maccabi Games 2015 in Berlin erstmals gezeigte Ausstellung wurde zudem durch die Deutsche Bahn Stiftung gefördert.

Kooperationspartner und Unterstützer für die Präsentation in Nürnberg sind das „kicker-Sportmagazin", die „Deutsche Akademie für Fußball-Kultur“ und „Geschichte Für Alle e. V.". Autoren sind die Historiker Dr. Berno Bahro, Prof. Dr. Hans Joachim Teichler, Prof. Dr. Lorenz Peiffer sowie Dr. Henry Wahlig.

Der Flyer zur Ausstellung als pdf.

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