Engagement für Geflüchtete

Die Integration von Menschen aus anderen Ländern und die Förderung des Zusammenlebens im „bunten Nürnberg“ sind schon seit langem eine der Hauptaufgaben des Amtes für Kultur und Freizeit. Denn Kultur fördert Begegnung, Austausch und den gegenseitigen Respekt. Vielfalt ist eine Bereicherung. Musik, Literatur, Film, Tanz oder Theater können zeigen, wie aus dem Miteinander von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft etwas Neues entsteht. Nicht zuletzt Kultur bestimmt das gesellschaftliche Klima in einer Stadt.

Diese Aufgabe ist durch die Zuwanderung einer großen Zahl von Geflüchteten aktueller denn je. Momentan leben rund 8.000 Geflüchtete in Nürnberg. Das KUF versucht – wie alle anderen Dienststellen der Stadt – dem gerecht zu werden. Beispielsweise treffen sich in den Kulturläden Menschen, die etwas für Geflüchtete tun wollen. Es gibt „Kontakt-Cafés“ und andere Treffpunkt-Angebote, bei denen sich die Menschen aus den Stadtteilen und Geflüchtete kennenlernen. Viele Ehrenamtliche – darunter viele mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte – engagieren sich ebenfalls erfreulicherweise. Wir wollen ihnen an dieser Stelle ausdrücklich danken. Darüber hinaus werden wir diese Rubrik dazu nutzen, um regelmäßig exemplarisch einige Projekte des KUF vorzustellen.


Einladung zu kultureller Teilhabe mit Kulturlotsinnen und -lotsen

Als Kulturlotsin oder -lotse haben Sie zum Beispiel die Möglichkeit, selbst mitzumachen. Hinter dem Projekt steckt die Idee, Geflüchtete zu Kulturveranstaltungen zu begleiten, um ihnen die Möglichkeit zu geben, aus dem Alltag raus zu kommen, neue Menschen und unsere Kultur und Gesellschaft kennen zu lernen. Der gemeinsame Besuch von Konzerten, Ausstellungen oder Kindertheatern ermöglicht ein zwangloses Miteinander und neue interessante Begegnungen.

Dazu nehmen Sie einfach Kontakt zu einem Kulturladen auf und kommen zu einem Treffen. Dort lernen Sie andere Kulturlotsen/-innen kennen und erfahren, wie es genau geht. Gemeinsam mit dem Kulturladen und der Sozialbetreuung der Gemeinschaftsunterkunft wird vereinbart, wen Sie begleiten und welche Veranstaltungen Sie beim KUF besuchen möchten. Einfach Karten reservieren und schon kann es losgehen. Sie holen die Asylsuchenden von den Gemeinschaftsunterkünften ab, begleiten sie und bringen sie wieder zurück.

Rufen Sie einfach an. Folgende Einrichtungen beteiligen sich:

Villa Leon, Andrea Machhörndl, Tel. 0911 231-7408
Kulturladen Schloss Almoshof, Barbara Koch, Tel. 0911 93449470
Kulturbüro Muggenhof in der Kulturwerkstatt Auf AEG, Kiki Lucaciu, Tel. 0911 231-79552
Kulturladen Zeltnerschloss, Tel. 0911 472945


Kulturlotsen besuchen Geflüchtete in Boxdorf

12 Kulturlotsen von Schloss Almoshof besuchten die Boxdorfer Geflüchteten in ihrer Unterkunft. Bei Kaffee und Kuchen ging es um ein Kennenlernen für die zukünftigen gemeinsamen Unternehmungen. Der Helferkreis der GU Boxdorf war ebenfalls vor Ort und unterstützte die Begegnung von Kulturlotsen und Geflüchteten.

Eine Aktion an diesem Nachmittag war die sog. Steckbriefgalerie: Sowohl Lotsen und Helfer, als auch Geflüchtete füllten einen vom Kulturlotsenkreis entwickelten Steckbrief aus. Ralf Ruhland vom Helferkreis fotografierte alle, um die Steckbriefe zu illustrieren. Diese wurden dann im Gemeinschaftsraum der Unterkunft in der Lichtenfelser Straße 1, der sog. „Ess-Box“ aufgehängt, damit alle über alle etwas in Erfahrung bringen und die Interessen und Ambitionen zuordnen können.

Der Zuspruch war groß und positiv, ein gelungener Start für die Kulturlotsen, um eine kulturelle Integration ins Rollen zu bringen.


Buntes Treffen und Austauschen

Darüber hinaus gibt es eine Reihe an regelmäßigen internationalen Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten. Für die soziale Integration von Geflüchteten ist die persönliche Begegnung zwischen alten und neuen Bewohner/-innen des Stadtteils von großer Bedeutung. Unsere Einrichtungen wollen Brücken zwischen den Kulturen bauen. Traditionell sind sie schon immer Orte der Kommunikation und Begegnung. Deshalb gibt es viele offene Angebote für alle Menschen, unabhängig davon, woher sie kommen oder warum sie hier sind. Ehrenamtliche aus den Stadtteilen organisieren diese Treffs meistens. Hier knüpft man neue Kontakte und lernt Menschen verschiedener Kulturen kennen.

Alle sind dazu herzlich eingeladen! Nähere Informationen finden Sie jeweils auf den Seiten der Kulturläden:

Kulturladen Gartenstadt, Tel.: 0911 482318
Café Asyl

Villa Leon, Tel.: 0911 231-7400
Internationales Frauencafé

KUF im südpunkt, Tel.: 0911 231-14340
Frauencafé International
Contaktcafé

Kulturladen Zeltnerschloss, Tel.: 0911 472945
Internationaler Spieleabend

Gemeinschaftshaus Langwasser, Tel.: 0911 998030
Bürgercafé
Café Grenzenlos

Kulturladen Ziegelstein, Tel.: 0911 525462
Cafe O.K. (Ort des gegenseitigen Kennenlernens von Geflüchteten und Ziegelsteiner/innen)

Vischers Kulturladen, Tel.: 0911 231-4142
Internationales Cafe, Treffpunkt für Geflüchtete und Einheimische, jeden zweiten Mittwoch 16 bis 18 Uhr.


Helferkreise

In vielen Stadtteilen gibt es Helferkreise, im März hat sich nun der Helferkreis Nordstadt gegründet. Dieser kümmert sich um die Unterkunft im Kleinreuther Weg und eventuell weitere, die hinzukommen. Auch hier kann man mitmachen. Wer Interesse hat, meldet sich in Vischers Kulturladen. Tel. 0911 231-4142.
In Langwasser besteht bereits der "Helferkreis Langwasser". Auch hier sind neue ehrenatmilche Helfer/-innen gerne willkommen. Kontakt über das Gemeinschaftshaus Langwasser, Tel.: Tel.: 0911 998030.


Verkehrssicherheit erklären

"Sicher im Straßenverkehr" heißt ein Angebot des Kulturladens Zeltnerschloss, bei dem Geflüchtete Nachhilfe und Informationen zur Verkehrssicherheit bekommen.

Ampeln oder Zebrastreifen? Rechts vor links? Die vielen Schilder und Regeln im Straßenverkehr können nämlich ganz schön verwirrend sein. Damit Kinder und Erwachsene zu Fuß oder mit dem Fahrrad heil durch die Stadt kommen, fand am 10. März ein erster Abend zur Verkehrssicherheit im Kulturladen Zeltnerschloss in deutscher und arabischer Sprache statt.

Engagiert hat Toni Absenger vom Helfer/-innenkreis Gleißhammer/St.Peter Informationen, Regeln und Verkehrsschilder in einer Power Point Präsentation zusammengetragen und mit Hilfe von Yussef Ibrahim-Muhamad ins Arabische übersetzt. Über 30 Kinder und Erwachsene nahmen an der Informationsveranstaltung teil.

Weitere Abende sollen folgen: die nächsten Termine sind am 7. und 28. April, jeweils um 17.30 Uhr.
Wer kommen will, meldet sich im Kulturladen Zeltnerschloss bei Christiane Dressel, Tel. 0911 47 29 45.


Café Grenzenlos im Gemeinschaftshaus

Die ehrenamtlichen Helfer/innen betreuen in unterschiedlichen Teams das Café, das sich an Geflüchtete und Ihre Familien richtet. Es findet an einem Nachmittag zweiwöchentlich in der Paul-Gerhardt-Kirche, gegenüber dem Gemeinschaftshaus Langwasser statt. Die Helfer/innen bringen Kuchen mit, Spiele für die Kinder, basteln gemeinsam mit Jung und alt und kommen so in Kontakt mit den neuen Bewohnern/innen unseres Stadtteils.
Das Café Grenzenlos freut sich über Unterstützung durch weitere aufgeschlossene Menschen.


Stadtteilspaziergang in Langwasser

Im Rahmen des Projektes "Alltagsbildung für Flüchtlinge" führt das Jugendamt Stadtteilspaziergänge durch. Junge Geflüchtete aus Syrien und dem Irak waren beim Spaziergang in Langwasser u. a. im Gemeinschaftshaus zu Gast.


Theaterprojekt International

Durch die verschiedenen theaterpädagogischen Methoden lernen sich die jungen Menschen kennen und finden einen spielerischen Zugang zueinander. Die Teilnehmer/-innen sollen sich aktiv an der Entwicklung des Projektes beteiligen, indem sie ihre Geschichten, Fähigkeiten und Ideen mit einbringen. In den wöchentlichen Treffen soll zusammen ein Stück erarbeitet werden, das ihnen persönlich am Herzen liegt und hilft, ihr selbstbewusstes Auftreten zu verbessern. Ein weiteres Ziel besteht darin, die Kenntnisse der deutschen Sprache bei den Geflüchteten zu erweitern und aktiv einzusetzen. Wenn die jungen Leute möchten, können sie zum Abschluss ihr Stück präsentieren. Um das Gemeinschaftsgefühl weiter zu stärken sind ein gemeinsamer Theaterbesuch und verschiedene andere Aktivitäten angedacht.

Freitags von 18-20 Uhr im Loni-Übler-Haus.
Leitung: Schauspieler Irfan Taufik


Refugees Nürnberg – You are here

Den ersten mehrsprachigen Online-Kultur­führer für Nürnberg haben Ehrenamtliche, einheimische Kulturschaffende und Asylbewerber/-innen zusammengestellt. Ziel der Seiten www.refugees-nuernberg.de und www.facebook.com/refugeesnuernberg ist es, den über 9.000 Neu-Nürnbergerinnen und Nürnbergern einen Überblick über das lokale Kulturleben zu bieten und ihnen den Weg der gesellschaftlichen Integration zu erleichtern. Und das aktuell in fünf Sprachen: deutsch, englisch, arabisch, persisch und kurdisch.

Neben dem klassi­schen Guide, der unter anderem Clubs, Museen, Kul­turvereine und -läden vorstellt, gibt es interessante Artikel und Videos, beispielsweise den launigen Karne­vals-Crashkurs „How to Fasching“.

Das Inter-Kultur-Büro und die Fachstelle für Flüchtlinge der Stadt Nürnberg fördern das Projekt mit personeller Unterstützung, interkultureller Beratung und der Verknüpfung nachhaltiger Netzwerke. Die Sparkasse Nürnberghat das technische Equipment beigesteuert, damit der Kultur-Guide um einen Video-Blog erweitert werden kann. Coworking Nürnberg stellt der Redaktion einen kostenlosen Arbeitsplatz zur Verfügung.


Integreat App

„Frag einfach Integreat!“ Die App Integreat, die Neuzugewanderten und insbesondere Geflüchteten Hilfestellung und Tipps für das Leben in Nürnberg gibt, kann jetzt in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Amharisch (Äthiopien) genutzt werden. Auf dem YouTube-Kanal der Stadt Nürnberg findet sich aktuell ein kurzer Werbeclip, den die Kulturinitiative „Refugees Nürnberg – You are here“ mit einem Gastauftritt von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly gestaltet hat. Kostenlos und auch offline nutzbar – Download unter https://integreat-app.de/

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