Die Kulturläden setzen ein Zeichen

Transparente des Artikel 14 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hängen an jedem Kulturladen!

Im Rahmen des Jubiläums zu 25 Jahre Straße der Menschenrechte in Nürnberg haben sich die elf Kulturläden des Amtes für Kultur und Freizeit in Nürnberg entschlossen, ein starkes Zeichen zu setzen.

Als in Nürnberg die Straße der Menschenrechte im Oktober 1993 eröffnet wurde, zielten das Wirken und die Ausrichtung des heutigen Amtes für Kultur und Freizeit bereits seit fast zwei Jahrzehnten in eben diese Richtung. Bis heute sind das Credo des geistigen Vaters der Soziokultur - Hermann Glaser - „Kultur von allen für alle“, aber auch gesellschaftliche Werte wie Teilhabegerechtigkeit, Chancengleichheit, Meinungs- und Informations-, Religions- sowie Versammlungsfreiheit tragende Säulen der Kulturladenarbeit.

Die Straße der Menschenrechte sendet als imposantes Monument ein Signal für Frieden, Völkerversöhnung und Menschlichkeit aus dem Herzen der Stadt Nürnberg in die ganze Welt. Die elf Nürnberger Kulturläden arbeiten zusammen mit vielen anderen unermüdlich an der Umsetzung dieser Herausforderung im Alltag ihrer Stadtteile: an der unmittelbaren Vereinbarkeit von Unterschieden und der Ermöglichung von realen Chancen.

Im aktiven Zusammenwirken mit der Stadtgesellschaft liefern Amt für Kultur und Freizeit, und hier nicht zuletzt die Kulturläden eine Vielzahl an Beiträgen: Sehr beeindruckend etwa die Aufnahme der vielen Geflüchteten im Jahr 2015, welche sich nach wie vor in den zahlreichen Helferkreisen niederschlägt, die auch in unseren Kulturläden beheimatet sind. Bereits zum 10. Mal jährt sich in diesem Jahr die Aktion „Bäume für die Menschenrechte“, bei der bis heute 80 Bäume im Stadtgebiet gepflanzt wurden, die sich je einem spezifischen Menschenrecht widmen. Gemeinsam mit dem Menschenrechtsbüro haben die Kulturläden der Stadt Nürnberg im Jahr 1999 die erste „Nürnberger Friedenstafel“ organisiert, deren Absicht sich im nächsten Jahr zum 10.Mal jährt: die Idee der Menschenrechte anlässlich der Feierlichkeiten zur „Menschenrechts-Preisverleihung“ direkt in die Stadtgesellschaft zu tragen.

Und gerade weil wir mit unserer Arbeit näher dran sind, dran sein müssen, kennen wir all die großen Reibungsflächen und kleinen Stolpersteine, die der Versuch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte aktiv in einer vielschichtigen Gesellschaft umzusetzen, mit sich bringt. Wo endet das Recht des Einen und wo beginnt das Recht des Anderen? Und ist manch` eingefordertes Recht einer bestimmten Gruppe nicht vielmehr der Versuch, ein persönliches Privileg aufrechtzuerhalten?

Deshalb haben wir uns entschieden, ein deutliches gesellschaftspolitisches Signal zu setzen. Ab Mitte Oktober zitieren Transparente an den Fassaden unserer Einrichtungen den Artikel 14 derAllgemeine Erklärung der Menschenrechte:

Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.


Diese Transparente sind eine explizite Einladung nicht nur an unsere Besucher/innen, sondern auch an alle Bürger/innen in unseren Stadtteilen, den Austausch mit uns und untereinander zu suchen. Es geht dabei um nicht mehr und nicht weniger als die Frage, in welcher Gesellschaft wir zukünftig leben wollen, und auch, welche Verantwortung jeder Einzelne von uns dabei trägt.

Die Stadt Nürnberg begeht am 23. Oktober diesen Jahres den 25. Jahrestag ihrer „Straße der Menschenrechte“ und am 10. Dezember 2018 jährt sich die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum 70. Male. Grund genug also, um einmal mehr zu verdeutlichen, welch hohen Stellenwert die Menschenrechte in dieser Stadt einnehmen. Und genau darauf zielt die Transparent-Aktion der Kulturläden ab, in dieser Zeit auf die besondere Bedeutung des Artikel 14 der Menschenrechtskonvention hinzuweisen.

 

 

 

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