Anne Frank - ein Tagebuch geht um die Welt

„Wie herrlich ist es, dass niemand
eine Minute zu warten braucht,
um damit zu beginnen,
die Welt langsam zu ändern!“

Anne Frank, 14 Jahre alt, 26. März 1944


Millionen von Menschen in aller Welt kennen das Tagebuch der Anne Frank. Anne Frank wurde 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren. Ihre Familie flüchtete 1933 vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Niederlande versteckten sich Anne Frank und ihre Familie von 1942 bis 1944 in einem Amsterdamer Hinterhaus. Dort schrieb Anne Frank ihr weltberühmtes Tagebuch. Nach dem Verrat ihres Verstecks wurden Anne Frank und ihre Familie deportiert. Anne Frank starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen im Alter von 15 Jahren.

Seit seiner Veröffentlichung im Jahre 1950 hat das Tagebuch der Anne Frank Millionen von Menschen bewegt und Generationen von Jugendlichen zur Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust angeregt. Das Buch wurde in über 60 Sprachen übersetzt. Bereits um die Jahrtausendwende befasste sich eine Leseaktion in Nürnberger Schulen sowie eine Wanderausstellung mit dem Schicksal des jüdischen Mädchens. 2013 ist Anne Frank wieder zu Gast in Nürnberg. Gerade die zu beobachtende verstärkte neonazistische Agitation im schulischen Umfeld sowie im Bereich der institutionellen und freien Jugendarbeit erfordern Aufklärung und aktives Eintreten für Demokratie und Menschenwürde.

Anne Frank, 12.06.1929 – März 1945

1929
Annelies Marie Frank, genannt Anne, wird am 12. Juni als zweite Tochter des jüdischen Ehepaars Otto Heinrich und Edith Frank (geb. Holländer) in Frankfurt/Main geboren. Die Mädchen wachsen unbeschwert gemeinsam mit protestantischen und jüdischen Freundinnen und Freunden auf.

1933
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten emigriert der Vater nach Amsterdam. Dort wird er Direktor der holländischen Niederlassung der Firma Opekta. 1938 gründet er mit Hermann van Pels die Gewürz-Firma Pectacon.

1934
Anne Frank, ihre Mutter und Schwester Margot folgen dem Vater nach Amsterdam. Anne besucht den Montessori-Kindergarten und kommt 1935 in die Schule.

1940
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in die Niederlande wird das Leben der Familie zunehmend von antisemitischen Regeln und Gesetzen eingeschränkt.

1941
Anne wechselt ins jüdische Lyzeum.

1942
Am 12. Juni erhält Anne zu ihrem 13. Geburtstag ein Tagebuch. Sofort beginnt sie darin in holländischer Sprache zu schreiben. Am 6. Juli flüchtet die Familie in ein vorbereitetes Versteck im Hinterhaus der Firma in der Prinsengracht 263. Nach einer Woche folgen Hermann, Auguste und Sohn Peter van Pels und im November 1942 kommt Fritz Pfeiffer dazu. Trotz Androhung der Todesstrafe versorgt Franks Sekretärin Miep Gies gemeinsam mit Ottos Mitarbeitern Victor Kugler und Johannes Kleiman sowie Bep Voskuijl die Bewohner des Hinterhauses. In ihrem Tagebuch beschreibt Anne Frank das Leben im Versteck, die tagespolitischen Ereignisse, das Zusammenleben von acht Menschen auf engstem Raum, die sich daraus ergebenden Konflikte und ihre eigenen Probleme.

1944
Am 1. August schreibt Anne zum letzten Mal in ihr Tagebuch, denn das Versteck wird verraten. Am 4. August holt die Gestapo die Gruppe zum Verhör ab. Drei Tage später kommen sie ins Durchgangslager Westerbork. Nach Angaben anderer Gefangener wirkte Anne nach der langen Zeit im Versteck wie gelöst. Am 2. September wird sie mit ihrer Familie und der Familie van Pels zum Transport nach Auschwitz ausgewählt.

1945
Anne und ihre Schwester Margot sterben Anfang März an einer Typhus-Epidemie im KZ Bergen-Belsen, auch ihre Mutter, Hermann van Pels, seine Frau Auguste und Fritz Pfeiffer kommen in KZs ums Leben. Peter stirbt entkräftet beim Todesmarsch von Auschwitz nach Mauthausen. Als einziger überlebt Vater Otto die NS-Vernichtungsmaschinerie. Auch die männlichen Helfer werden verhaftet, überleben aber alle. Miep Gies versteckt das Tagebuch.

1947
Das Tagebuch wird in den Niederlanden erstmals gedruckt,

1950
folgt eine Neuauflage, kurz darauf die deutsche Übersetzung. Seitdem wurde „Das Tagebuch der Anne Frank“ in rund 60 Sprachen übersetzt. Es gilt als einzigartiges Dokument aus der Zeit des Holocaust und die Autorin als Symbolfigur für alle Opfer jener schrecklichen Vernichtungspolitik.

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