Internationaler Nürnberger Menschenrechtspreis

Der mit 15.000 Euro dotierte Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis wird alle zwei Jahre an Einzelpersonen oder Gruppen verliehen, die sich in vorbildlicher Weise und unter hohem persönlichem Risiko für die Wahrung der Menschenrechte einsetzten. Alle Infos zu der Auszeichnung gibt es beim Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg.


Der Preisträger 2019: Rodrigo Mundaca

Rodrigo Mundaca aus Chile kämpft seit Jahren für den freien Zugang zu Wasser. Er ist Agraringenieur und arbeitet für die Organisation MODATIMA (Movimiento de Defensa por el protección del Medio Ambiente / Bewegung zur Verteidigung des Zugangs zu Wasser, der Erde und des Umweltschutzes) als deren Generalsekretär. Die Region Petorca, die Heimat Mundacas, ist durch Wasserkonflikte zwischen Agribusiness-Unternehmen (hauptsächlich Avocados und Zitrusfrüchte für den Export) auf der einen Seite und lokalen Kleinbauern sowie der ländlichen Bevölkerung auf der anderen Seite gekennzeichnet. Neunzig Prozent der Wasserrechte sind in Chile privatisiert. Das hat weitreichende Folgen. Der Kampf um Wasser wird in Chile kriminalisiert.

Mundaca ist in seiner Meinungsäußerung eingeschränkt, wird sogar strafrechtlich verfolgt. Er leidet unter Einschüchterungen und muss in ständiger Furcht leben, verhaftet zu werden. 2015 wurde er auf offener Straße in Santiago de Chile zusammengeschlagen. Die Polizei hat niemals ermittelt. 2017 hat Mundaca sogar Morddrohungen erhalten. Daraufhin wurde er eine Zeit lang versteckt gehalten. Amnesty International Chile startete eine Kampagne, um ihn zu schützen und mehr internationale Aufmerksamkeit zu gewinnen. Derzeit steht er aufgrund der starken Gefährdung unter Polizeischutz.

Mit der Verleihung des „Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises“ ehrt die Jury 2019 einen Aktivisten, der sich mit bewundernswertem Mut für das Recht auf Wasser einsetzt. Die Jury hofft, dass der Preis Rodrigo Mundaca mehr Schutz gibt, sein Engagement unter weniger Gefahren fortzusetzen. Der Zugang zu sauberem Wasser wurde am 28. Juni 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Dennoch haben fast 660 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu Trinkwasser.

Außerdem geht es darum, für verantwortungsvollen Konsum zu sensibilisieren. Nicht zuletzt sieht sich die Jury den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen verpflichtet. In der Agenda 2030 wird festgeschrieben, die Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle zu gewährleisten.

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